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Fachlexikon
Ein Erdglobus, also die kugelförmige Wiedergabe der Erde im Modell, ist die gebräuchlichste Form des Globus. Es ist dabei unerheblich, ob es sich um einen Globus mit physischem, politischen oder thematischen Kartenbild handelt.
Beim Falzen (Falten) wird ein bedrucktes (Karten-)Blatt durch ein vorgegebenes Falzmuster vom großen Druckbogen auf das kleine Format einer Faltkarte "heruntergefaltet".
Das klassiche Endprodukt nach dem Falzvorgang sind die sogenannte Faltkarten wie z.B. ein Stadtplan, eine Wanderkarte, eine Straßenkarte u.a.
Ein Flächenkolorit ist z.B. die Darstellung der Staaten auf einer politischen Karte mittels flächenhaft angelegten, sich voneinander unterscheidenden Farbtönen. Jeder Staat wird also so eingefärbt, daß er sich farblich eindeutig von seinen Nachbarstaaten unterscheidet.
Damit eine Karte nicht zu bunt und unruhig erscheint, wird i.d.R. nur eine möglichst kleine Auswahl an Farben bzw. Farbtönen gewählt. Staaten die dann in der gleichen Farbe bzw. dem gleichen Farbton eingefärbt sind, stehen aber nicht zwangsläufig in irgendeiner Beziehung zueinander.
Man kann bei der Farbwahl bzw. der Farbzuordnung zu den Ländern nicht von einer Systematik sprechen, jedoch haben sich Regelhaftigkeiten "eingebürgert", so daß die Farbgebung mancher Länder in verschiedenen Publikationen unterschiedlicher Hersteller stets einem ähnlichen Farbschema folgen.
Ergänzend zum Flächenkolorit findet man als zusätzliches Unterscheidungsmerkmal der Staaten zueinander auf vielen Karten auch noch sogenannte Grenzbänder.
Siehe auch Grenzband
Siehe Luftfahrtkarte
Eine Freizeitkarte gehört der großen Gruppe der Touristenkarten an. Als Freizeitkarte bezeichnet man im allgemeinen eine Karte, die der Freizeitgestaltung dient. Sie enthält vielfältigste Informationen zu Sport, Kultur und Natur, so daß eine Freizeitkarte zum einen zur Planung von Freizeitaktivitäten dienen kann (aus Sicht des Verbrauchers), aber auch zur Vermittlung spezifischer, touristischer Informationen (aus Herausgebersicht).
Neben Verlagsprodukten werden Freizeitkarten oft auch als kostenfreies Marketinginstrument von Städten, Gemeinden, Kommunen und Interessenverbänden herausgegeben. Vor allem letztere Karten enthalten neben der rein kartographischen Darstellung oftmals viele ergänzende Elemente wie ansprechende und informative Bilder, Texte und Illustrationen.
Unter Generalisierung versteht man den notwendigen Vorgang einen tatsächlichen Sachverhalt der realen Umwelt entsprechend Maßstab und Format einer Karte vereinfacht wiederzugeben. Das Generalisieren besteht aus den Vorgängen Vereinfachung, Verdrängung, Betonung, Verschiebung und Weglassung.
Für ein gutes Generalisierungsergebnis ist es wichtig, daß von der Karte zum realen Sachverhalt sofort ein eindeutiger Bezug hergestellt werden kann, das Kartenbild übersichtlich ist und gut sowie einfach lesbar bleibt. Der Charakter des dargestellten Sachverhaltes, z.B. einer Küstenlinie, muß erhalten bleiben.
Die Gedäsie (auch Vermessungskunde) ist die Wissenschaft, die sich mit der Vermessung der Erde oder Teilen derselben befaßt. Die von den Geodäten erhobenen Daten bilden neben anderen Basisdaten die Grundlage für die Produkte der Kartographie, also die Karten.
Geographische Karten werden auch Chrorographische Karten genannt und sind Karten mit einem Maßstab kleiner 1:300000 und meistens topographischem oder physischem Kartenbild.
Typische Vertreter geographischer Karten sind z.B. Wandkarten (auch Posterkarten) und kleinmaßstäbige Atlaskarten.
Geologische Karten geben i.d.R. die Verbreitung, die Lagerung, das Alter und weitere Kennzeichen der unter dem Boden anstehenden Gesteinsschichten an. Die Zusammensetzung des abdeckenden Bodens wird mittels der sogenannten Bodenkarten dargestellt, die meist einen größeren Maßstab haben als Geologische Karten. Bodenkarten werden oft fälschlicherweise ebenfalls den Geologischen Karten zugerechnet.
Der Begriff Geowissenschaften steht als Oberbegriff für alle Wissenschaften, die sich mit der Erde beschäftigen. Hierzu zählen beispielsweise Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Geochemie, Geoökologie, Geomorphologie, Glaziologie, Kartographie, Meteorologie, Fernerkundung, Photogrammetrie, Meteorologie, Klimatologie, Bodenkunde und viele andere Teildisziplinen.
Da viele dieser Wissenschaften oftmals sehr eng miteinander verzahnt sind, ist eine genaue Abgrenzung oft nur schwer zu ziehen. Man spricht hier in vielen Belangen auch von interdisziplinären, wissenschaftlichen Teildisziplinen.
Geschichtskarten werden im allgemeinen diejenigen Karten genannt, die bestimmte Themen, Fakten und/oder Vorgänge aus unserer politischen Geschichte, Kultur- oder Wirtschaftgeschichte wiedergeben. Geschichtskarten sind also eine spezielle Art thematischer Karten, die sich mit der Vergangenheit des Menschen sowie der Flora und Fauna der Erde sowie der Erdgeschichte selbst befassen.
Geschichtskarten, die auch aktuellen Herstellungsdatums sein können, sind jedoch nicht zu verwechseln mit Historischen Karten, die in der Vergangenheit hergestellt wurden, also wirklich alt sind.
Der älteste bekannte Globus ist der von Martin Behaim erschaffene Erdglobus aus dem Jahr 1492, der sogenannte "Nürnberger Erdapfel".
Zwei Herstellungsmethoden prägen die heutige "Globenlandschaft".
Bei der Segmenttechnik werden 12 sphärische Zweiecke, die sogenannten Segmente, von Hand auf eine Acryl- oder Kristallglaskugel aufkaschiert (geklebt). Diese hochwertige und traditionelle, handwerkliche Fertigkeit der Globenherstellung beherrschen heute nur noch ganz wenige Menschen und wird nur noch beim Columbus Verlag eingesetzt.
Das zweite Herstellungsverfahren in der Globenproduktion ist die sogenannte Tiefziehtechnik. Eine Folie wird mit Nord- und Südhalbkugel z.B. der Erde bedruckt, anschließend mittels Vakuum zu einer Halbschale tiefgezogen und danach unter hohem Druck mit Acryl hinterspritzt und in Form gepresst. Durch das Zusammenfügen der Halbschalen entsteht die Globuskugel.
Neben "normalen" Erd- und Himmelsgloben gibt es diverse andere Globustypen wie Reliefgloben und Tag/Nacht-Globen (z.B. vom Columbus Verlag) oder auch thematische Globen. Den meisten Globen der heutigen Zeit ist gemeinsam, daß sie beleuchtet sind, und daher i.d.R. zwei unterschiedliche Kartenbilder auf einem Globus vereint werden können. Ein bekanntes Beispiel ist ein Globus mit politischem Kartenbild in unbeleuchtetem Zustand und einem physischen Kartenbild, das bei Beleuchtung zu sehen ist. (oder umgekehrt)
Beim Gradnetz handelt es sich um ein gedachtes, der Bestimmung der geographischen Lage und der Orientierung dienendes, über die Erdkugel gezogenes Liniennetz. Die sich rechtwinklig schneidenden Linien (geographische Koordinaten) bestehen aus Längenkreisen (Längengrade oder Meridiane) und Breitenkreisen (Breitengrade).
Alle Breitenkreise südlich und nördlich des Äquators werden mit 1 bis 90° südlicher bzw. nördlicher Breite bezeichnet. Alle Längenkreise westlich und östlich des Nullmeridians werden mit 1 bis 180° westlicher bzw. östlicher Länge bezeichnet.
Besondere Längengrade sind der Nullmeridian und der 180. Längengrad. Unter den Breitenkreisen nehmen der Äquator sowie die Wende- und Polarkreise eine besondere Stellung ein.
Das Grenzband bezeichnet man auch als Grenzkolorit. Dies ist die Hervorhebung der Staats- oder Ländergrenzen (bzw. auch anderer administrativer oder thematischer Flächen) mit Hilfe eines Farbstreifens entlang des Randes dieser Flächen. Ursprünglich wurde diese Hervorhebung nach dem (einfarbigen schwarz-weiß-) Druck in Handarbeit als Handkolorit ausgeführt, denn zum einen waren die Druckmethoden früher nicht so ausgereift wie heute und ein farbiger Druck sehr teuer.
Die Methode wird aus optischen Gründen auch heutzutage noch gerne beim Kartendruck verwendet, allerdings nicht in Handarbeit, sondern im Rahmen eines mehrfarbigen Drucks einer Karte.
Ein Himmelsglobus gibt den die Erde umgebenden Himmel sowie, je nach Thematik, die sichtbaren Sterne und Sternbilder wieder. Dabei entspricht der Erdäquator dem Himmelsäquator.
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