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Fachlexikon

Projektion

Siehe Kartennetzentwurf

Radkarte

Die Radkarte ist meist ein kleines kreisrundes Erdbild. Sie ist die mitteralterliche Darstellungsform des christlichen Weltbildes nach der Lehre des Kirchenvaters Augustinus, wobei Osten oben liegt, und Jerusalem den Mittelpunkt der Darstellung markiert. Die obere Hälfte stellt Asien und das Paradies dar, welches durch ein T-förmiges Gewässer von Europa (unten links) und Afrika (unten rechts) getrennt wird. Der alles einfassende, und mit dem inneren "T" verbundene Ring stellt die Weltmeere dar.
Heutzutage wird der Begriff Radkarte oftmals auch für die Gattung der Radwanderkarten genutzt.
Siehe auch Radwanderkarte

Radwanderkarte

Die Radwanderkarte, auch Radtourenkarte genannt, ist eine Touristenkarte. Speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmt, enthalten diese Karten neben allgemeinentouristischen Hinweisen, ähnlich den Freizeitkarten, vor allem auch Hinweise, die für die Zielgruppe wichtig sind. Solche Hinweise sind z.B. Angaben zu Oberflächenbelag der einzelnen Streckenabschnitte (also z.B. Asphalt, Schotter...), Angaben zu Steigungen und Gefällen im Streckenverlauf, Angaben zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Streckenabschnitte, Angaben zu der Lage von Fahrradgeschäften, Service-Centern oder auch speziell fahrradfreundlichen Betrieben aus den Bereichen Gastronomie und Hotelerie.
Die verschiedenen Gruppen der Radfahrer berücksichtigend gibt es auch besondere Ausprägungen der Radwanderkarten, speziell auf die Bedürfnisse von z.B. Mountain-Bikern, Rennradfahrern oder Tourenradfahrern ausgelegt.
Ausgehend vom englischen Wort "Bicycle Map" werden Radwanderkarten heute oft auch als Radkarten bezeichnet, obwohl dieser Begriff eigentlich für eine komplett andere Kartenart (des Mittelalters) steht. Siehe auch Radkarte

Reiseführer

Reiseführer sind in der Regel Bücher oder Broschüren, die einzelne Reiseziele oder ganze Reisegebiete beschreiben. Es werden hauptsächlich naturgegebene und kulturelle Attraktionen und Besonderheiten dargestellt, aber auch wichtige Informationen zu Menschen, Eigenarten und dem Leben in der entsprechenden Region vermittelt.
Eine Mischform des Reiseführers ist die sogenante Reiseführerkarte (engl. Guidemap), eine kompakte Zusammenfassung und Kombination eines Reiseführers mit einer Landkarte.
Generell ist der Begriff Reiseführer natürlich eher ein allgemeiner Oberbegriff. Spezielle Formen eines Reiseführers befassen sich mit bestimmten, einzelnen Themen und/oder sind speziell auf eine bestimmte Zielgruppe und deren Intentionen ausgerichtet. So gibt es z.B. Reiseführer speziell zu den Wasserstraßen Frankreichs, zu der Museumslandschaft Berlins oder der Shopping-Metropole London und natürlich noch eine Vielzahl mehr.

Reliefglobus

Ein Reliefglobus gibt die Höhenunterschiede sowie die Oberflächenformen der Erdoberfläche mit Hilfe eines erhabenen Reliefs wieder.
Die im Columbus Verlag produzierten Reliefgloben (bzw. das erhabene Relief) werden von Hand modelliert und zeugen von hoher, traditioneller Handwerkskunst und bieten ein einzigartiges optisches und haptisches Erlebnis.

Reliefkarte

Eine Reliefkarte ist eine spezielle kartographische Darstellungsform. Reliefkarten stellen plastisch fühlbar ein bestimmtes Gebiet 3-dimensional dar.
Dabei wird die plastische Ausformung auf unterschiedliche Weise produziert. Gebräuchlich sind das detailgenaue Fräsen des Reliefs aus einem Gipsblock und die nachträgliche "Bemalung", und das "Tiefziehen" einer bereits bedruckten Folie mittels Vakkum in eine dem Gelände entsprechende Form.
Eine weitere Methode, die in der traditionellen Globenproduktion genutzt wird, ist die handwerkliche Modellierung des Reliefs mit einer entsprechend modellierbaren Masse.
Mittels des erhabenen, fühlbaren Reliefs wird dem Kartennutzer eine Information zur Hand geboten, die in "normalen" Karten nur durch graphische "Tricks" und die Vorstellungskraft des Kartennutzers gewonnen bzw. vermittelt werden kann.

Reliefschummerung

Die Reliefschummerung ist eine Methode, mit der man auf graphischem Wege versucht, die Oberflächenstruktur der Erde oder Teile derselben plastisch zu visualisieren.
Bei einer angenommenen Beleuchtungssituation aus nordwestlicher Richtung werden Geländeerhebungen (Hügel, Berge...) nach Nordwesten als Lichthang und nach Südosten als Schattenhang dargestellt. In einer Gebirgsregion, wie z.B. den Alpen, assoziieren unsere Augen bzw. unser Gehirn durch das nebeneinander von Licht- und Schattenzonen sowie deren Übergänge zueinander sofort die richtige Lage von Berg und Tal. Wir erhalten einen plastisch wirkenden Geländeeindruck.
Reliefschummerungen wurden früher (und werden es auch heute teilweise noch) als Bleistift- oder Kohleradierungen angefertigt, später auch mittels der Airbrush-Technik. Heute wird eine Reliefschummerung in der Regel manuell mit spezieller Software am Computer gezeichnet oder mit wiederum anderer, spezieller Software automatisch errechnet. Man unterscheidet zwischen einer Reliefschummerung mittels Grautönungen und einer farbigen Reliefschummerung.
Kartographen, die gute, ausdrucksstarke Reliefschummerungen manuell in analoger oder digitaler Weise herstellen, sind als wahre Künstler zu anzusehen. Die Fertigkeit der Herstellung einer Reliefschummerung bedarf jahrelanger Übung, großer Erfahrung und einer sehr guten Vorstellungskraft das reale Relief der Erdoberfläche betreffend.

Satellitenbild

Ein Satellitenbild ist eine digitale, photographische Abbildung der Erde oder Teile derselben (oder auch weiterer Himmelskörper wie z.B. des Mars). Satellitenbilder werden durch auf Satellitenplattformen installierten Sensoren gewonnen, die zu vorher (oder per Fernzugriff) von der Erde programmierten Zeitpunkten und in regelmäßigen Abständen "geschossen" werden.
Die aufgenommenen Bilder werden vom Satelliten zur Erde geschickt und dort ver- und bearbeitet und auf die gewünschten Bedürfnisse abgestimmt. So können Satellitenbilder nicht nur die schöne Oberfläche unseres Planeten zeigen, sondern auch bei bestimmten Projekten als Bildmaterial nützlich sein (z.B. in der Meteorologie bei Sturmvorhersagen) oder wichtige Daten liefern, die dann weiter verarbeitet werden können (z.B. zur Umweltverschmutzung, den Geländeformen der Erdoberfläche u.a.).
Ein auf die oben beschriebene Weise entstehendes Bild-Mosaik muß entsprechend nachbearbeitet (entzerrt und projeziert) werden, damit aus den vielen einzelnen Bildern ein zusammenhängendes großes Satellitenbild bzw. eine Satellitenbildkarte (fälschlich Satellitenkarte) entsteht.
Siehe auch Satellitenbildkarte

Satellitenbildkarte

Bild_SatellitenbildkarteEine Satellitenbildkarte ist eine, aus oft hunderten einzelnen Satellitenbildern zusammengesetzte, kartographische Darstellung der Welt oder eines Teils derselben oder eines Himmelskörpers.
Die von einem Satelliten aufgenommenen Photos müssen zunächst entzerrt, dann in die gewünschte Kartenprojektion transformiert und abschließend farblich korrigiert werden. Im letzten Schritt werden die einzelnen Satellitenbilder wie bei einem Mosaik zusammengefügt, so daß eine Satellitenbildkarte eines bestimmten Gebietes entsteht.
Der Begriff "Satellitenbild" ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff "Luftbild". Luftbilder werden im Gegensatz zu Satellitenbildern aus einer wesentlich geringeren Höhe (i.d.R. aus einem Flugzeug heraus) aufgenommen.
Zusammengesetzte Luftbilder ergeben eine Luftbildkarte, vom Vorgang her ähnlich wie bei Satellitenbildkarten.
Siehe auch Satellitenbild, Luftbild und Luftbildkarte

Schifffahrtskarte

Siehe Seekarte

Schulatlas

Ein Schulatlas dient, wie es der Name schon sagt dem Schulgebrauch. Ein solcher Atlas ist nach didaktischen Prinzipien aufgebaut und orientiert sich an den geltenden Lehrplänen.
Inhaltlich kennzeichnend sind mehrheitlich physische (geographische) Karten, eine kleinere Anzahl politischer Karten und eine stets wachsende Anzahl thematischer Karten und Fallbeispiele. Ergänzend sind auch einige Photos und erklärende Illustrationen bzw. raumbezogene Infografiken enthalten.
Da sich die Schulatlanten an den gängigen Lehrplänen orientieren müssen, gibt es von ein und demselben Atlas oftmals unterschiedliche Ausgaben - für die verschiedenen Bundesländer, für unterschiedliche Schultypen...

Schummerung

Siehe Reliefschummerung

Seekarte

Eine Seekarte dient der Navigation in der Seeschifffahrt und ist speziell darauf  zugeschnitten. Seekarten enthalten alle notwendigen Angaben, wie beispielsweise vorgeschriebene Schiffahrtswege, Hindernisse unter Wasser wie z.B. Wracks, feste und schwimmende Seezeichen, Wassertiefen, Leuchtfeuer, Funkfeuer oder auch Offshore-Anlagen. Die Topographie des Meeresbodens wird nur teilweise wiedergegeben.
Da der Meeresboden ständig in Bewegung ist, und sich Untiefen, Fahrrinnen, Sandbänke ständig in Veränderung befinden, müssen Seekarten ständig und in sehr kurzen Abständen aktualisiert und fortgeführt werden. Dies gilt vor allem für die küstennahen, flacheren Gewässer.

Stadtplan

Ein Stadtplan ist eine Karte eines Stadtgebiets und dient primär der Orientierung innerhalb des dargestellten Gebietes. Herausgegeben wird ein Stadtplan entweder von einer städtischen Behörde selbst (z.B. Vermessung- und Katasteramt), oder von einem gewerblichen, kartographischen Betrieb der Privatkartographie.
Neben der Darstellung der bebauten Fläche, des Verkehrsnetzes, des Gewässernetzes, der grob strukturierenden Vegetation und inhaltlich beschreibenden Textelementen und Signaturen, enthalten Stadtpläne (je nach Ausprägung, Zielgruppe und Zweckbestimmung) auch unterschiedlichste, weiterführende Informationen zu z.B. Sport- und Freizeitangeboten, kulturellen Angeboten wie z.B. Museen oder Theatern, öffentlichen Gebäuden, historischen Stätten, den öffentlichen Nahverkehr, Angeboten wie Hotels und Restaurants und vieles mehr.
In der Regel wird ein Stadtplan ergänzt durch ein ausführliches Straßenregister, eine erläuternde Kartenlegende und möglicherweise weiterführenden Informationen zu Tourismus und anderem als Randangaben oder als Rückseitendruck.

Straßenatlas

Siehe Autoatlas

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