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Fachlexikon
Eine Straßenkarte ist ähnlich dem Autoatlas speziell auf die Interessen des motorisierten Straßenverkehrs abgestimmt. Auch eine Straßenkarte wird (natürlich abhängig vom darzustellenden Gebiet) meist in einem mittleren Maßstab gehalten.
Die primären Ziele, die eine Straßenkarte im eigentlichen Sinn gewähren sollte, sind die gute Lesbarkeit, die rasche Auffindbarkeit der gewünschten Informationen und eine leichte Orientierung im dargestellten Gebiet.
Neben den typisch verkehrsbezogenen Informationen wie das aufgegliederte Straßennetz, das Gewässernetz, das Schienennetz, die Besiedlung des Gebietes, die grobe Vegetation, Kilometrierung, Angaben zu Raststätten, Motels, Parkplätzen usw. werden Straßenkarten häufig ergänzt durch z.B. touristische Angaben im Kartenfeld selbst, aber auch in Randangaben, Nebenkarten, Infoboxen etc.
Je nach angestrebter Zielgruppe (z.B. Motorradfahrer, Trucker, Camper, Businessreisende...), variieren die dargestellten Informationen entsprechend.
Ein Suchgitter, auch Suchnetz genannt, ist die meist gitterförmige Einteilung einer Karte in einzelne Segmente bzw. Gittermaschen.
Mit Hilfe von Buchstaben und Zahlen an der Kurz- und Breitseite einer Karte kann man einzelne Inhaltselemente einer Karte relativ genau lokalisieren, d.h. diese Inhaltselemente (z.B. Straßennamen in einem Stadtplan) sind über den Index einer Karte oder eines Atlas und den darin aufgeführten Buchstabenkombinationen für die Gittermasche und die entsprechende Seitenangabe relativ leicht und schnell auffindbar.
In Karten der mittleren und kleinen Maßstabsbereiche wird oftmals kein gesondertes Suchgitter in die Karte eingefügt, da hier oft auch das sowieso enthaltene Gradnetz als Suchnetz genutzt wird.
Tiefenlinien werden auch Isobathen genannt. Auf Karten versteht man darunter eine verbindende Linie von Punkten gleicher Wassertiefe, mit deren Hilfe das See- oder Meeresbodenrelief dargestellt wird.
Meist werden Tiefenlinien auf Seekarten oder auch ozeanologischen Karten verwendet.
Tiefenschichten liegen im Gewässerbereich (Ozeane, Meere und große Seen) und sind das Gegenstück zu den im Landbereich auftretenden Höhenschichten.
Im Gegensatz zu den Höhenschichten werden Tiefenschichten meist mittels einer einfarbig, meist in einem Blauton abgestuften Farbskala dargestellt. Hierbei gilt in der Regel: je tiefer desto dunkler.
Bei einem Blick auf z.B. eine Weltkarte die die Darstellungsmethode der Tiefenschichten nutzt, wird dem Kartenleser auf diese Weise sofort deutlich, wo die Gewässer eher flach sind, und wo sich die wirklich tiefen Flächen in einem Ozean befinden und wo z.B. Besonderheiten wie Tiefseegräben, unterseeische Berge, Gebirge, Plateaus usw.
Auch in Seekarten z.B. für die Schiffahrt sind i.d.R. Tiefenschichten und Tiefenlinien enthalten, damit gerade in Küstennahen Gewässern sofort deutlich wird, wo es Untiefen oder Sandbänke gibt, wo Fahrrinnen liegen, welche Gebiete bei Ebbe trocken fallen usw.
Topographische Karten geben alle, für die Orientierung der Menschen im Gelände wichtigen Gegebenheiten der Erdoberfläche richtig wieder. Sie werden entsprechend des Maßstabs generalisiert aufgezeigt.
Der Hauptinhalt der Topographischen Karten setzt sich zusammen aus der Reliefdarstellung (z.B. Reliefschummerung), den administrativen Gegebenheiten (z.B. Grenzlinien), Gewässern (Flüsse, seen, Kanäle, Sümpfe...), der Siedlungsdarstellung oder der die Landschaft grob strukturierenden Bodenbedeckungen. Ergänzt werden diese Inhalte durch beschreibende Textelemente und unterschiedlichste Signaturen.
Topographische Karten werden durch die Amtliche Kartographie hergestellt und publiziert, also durch die Landesvermessungsämter der Bundesländer und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie.
Weitergehend dienen Topographische Karten als Basiskarten für thematische Karten, als Grundlage für wissenschafltiche Untersuchungen sowie als Ausgangsmaterial für eine vielzahl von Kartenarten (z.B. Straßenkarten, Touristenkarten etc.) Siehe auch Amtliche Kartographie
Touristenkarten bilden eine große Kartengruppe, die sich primär mit allen Dingen den Tourismus betreffend befassen. Je nach Zweck einer Touristenkarte dient diese in den verschiedensten Ausprägungen als Freizeitplaner für den Konsumenten (Touristen), aber auch als Marketinginstrument der Tourismusbranche.
Touristenkarten nehmen je nach Ausprägung eine Zwischenstellung zwischen thematischen Karten und topographischen Karten ein.
Bekannte Kartenformen, die dieser großen Kartengattung zugeschrieben werden, sind z.B. Wanderkarten, Radwanderkarten, Kanalführer oder auch schlicht touristisch geprägte Übersichtskarten zu bestimmten Gebieten.
Die Bezeichnung Übersichtskarte steht für Einzelkarten oder ganze Kartenwerke, die für ein bestimmtes Gebiet ein Gesamtbild vermitteln. Oftmals basieren Übersichtskarten auf den detailierten topographischen Karten des entsprechenden Gebietes. In diesem Zusammenhang sind Übersichtskarten meist den mittleren und kleinen Maßstabsbereichen zuzuordnen.
Übersichtskarten, die neben dem Gesamtbild eines entsprechenden Raumes auch z.B. die Standorte von z.B. Filialen einer Fastfood-Kette mittels Positionssignaturen präsentieren nennt man hingegen auch Standortkarten oder Verteilungskarten.
Bei einem vegetationsgeographischen Kartenbild werden die vegetativen Gegebenheiten (Vegetationszonen) auf der Erdoberfläche dargestellt. (meist durch Farbflächen) In Kombination mit Elementen eines Physischen Kartenbildes, z.B. Reliefschummerungen, erhält man ein äußerst plastisch
wirkendes und sehr detailreiches Kartenbild.
Das damit erreichte Abbild erinnert an eine Satellitenaufnahme, ist auf den ersten Blick jedoch wesentlich informativer, da die Masse der Informationsdichte eines Satellitenbildes reduziert wird auf die wesentlichen Details. Insgesamt hat man also den Eindruck, daß wesentlich mehr Details erkennbar sind (da diese besonders herausgearbeitet werden), obwohl die Informationsdichte weniger Elemente enthält als ein Satellitenbild.
Charakteristisch für ein (physisches) vegetationsgeographisches Kartenbild sind, in Kombination mit einer Reliefschummerung, intensive Grüntöne im Bereich der Tropen, hellere Grüntöne für die suptropischen Gebiete, gelb bis braune Farbtöne für Wüstenhafte Regionen, Grau und Brauntöne für Gebirge, saftige Grüntöne für die gemäßigten Zonen und Grautöne für polnahe und polare Regionen.
Siehe Organisationskarte
Eine Wanderkarte ist eine Kartenart, die zu den Touristenkarten gezählt wird.
Speziell auf die Bedürfnisse von Wanderern abgestimmt, enthalten diese Karten neben allgemeinentouristischen Hinweisen, ähnlich den Freizeitkarten, vor allem auch Hinweise, die für die Zielgruppe wichtig sind. Solche Hinweise sind z.B. Angaben zu Oberflächenbelag der einzelnen Wanderwege und deren Streckenabschnitte (also z.B. Asphalt, Schotter...), Angaben zu Steigungen und Gefällen im Streckenverlauf, Angaben zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Streckenabschnitte oder auch Angaben zu Betrieben aus den Bereichen Gastronomie und Hotelerie. Zur besseren Anschaulichkeit ist neben den Höhenlinien meist auch ein Reliefschummerung enthalten, die das Lesen der Karte vereinfacht.
Eine Weltkarte ist das Abbild unseres Planeten in die zweidimensionale Ebene. Da es unmöglich ist die Kugelgestalt unserer Erde ohne Verzerrungen und Verformungen in der zweidimensionalen Ebene wiederzugeben, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie dies rechnerisch zu lösen ist.
Diese mathematischen Modelle nennt man in der Kartographie Kartenprojektionen bzw. Kartennetzentwürfe. Jedes Modell hat dabei bestimmte Vorteile, aber auch Nachteile im Vergleich zu anderen Modellen (Projektionen). Diese Eigenschaften prädestinieren die ein oder andere Weltkartenprojektion jeweils für unterschiedliche Einsatzzwecke.
Besonders anschauliche, sogenannte vermittelnde Kartennetzentwürfe für Weltkarten sind z.B. die Projektion "Wagner VII" (z.B. Columbus Verlag Weltkarten) oder die Projektion "Winkel III" (z.B. Weltkarten der National Geographic Society). Ebenfalls sehr gebräuchlich sind die sogenannten zylindrischen Kartennetzentwürfe, auch Zylinderprojektionen genannt (z.B. Terra Weltkarten).
Hervorzuheben unter der Vielzahl der Breitenkreise sind die nördlichen und südlichen Wende- und Polarkreise. Die Wendekreise liegen bei 23,5° und die Polarkreise bei 66,5° nördlicher bzw. südlicher Breite.
Der nördliche Wendekreis (auch Wendekreis des Krebses genannt) markiert den nördlichsten (und für Europa höchsten) Stand der Sonne im Jahr am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende. (in Europa der längste Tag im Jahr)
Der Südliche Wendekreis (auch Wendekreis des Steinbocks genannt) markiert den südlichsten (und für Europa niedrigsten) Stand der Sonne im Jahr am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende. (in Europa der kürzeste Tag im Jahr.
In Regionen, die nördlich des nördlichen Polarkreises liegen, geht im Sommer (Sommersonnenwende) zumindest an einem Tag die Sonne nicht unter, und geht im Winter (Wintersonnenwende) zumindest an einem Tag die Sonne gar nicht auf. Daher erklären sich die Begriffe Polartag und Polarnacht.
Umgekehrt gilt das gesagte natürlich auch für Regionen südlich des südlichen Polarkreises.
Die Windrose, auch Kompaßrose genannt, ist eine graphische Darstellung zur Veranschaulichung der Himmelsrichtungen.
Sie dient zur Orientierung im Koordinatensystem für die See- und Luftfahrt und ist hier sogar noch feiner unterteilt als in die vier Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West sowie die vier Nebenhimmelsrichtungen Nordost, Südost, Südwest und Nordwest.
In anderen als den genannten Kartenarten bildet eine Windrose heutzutage eher ein gestalterisches Element. Schöne und aufwendig ausgeschmückte Windrosen sind primär in historisch-antiken Karten sowie deren Reproduktionen und aktuellen Karten in einem antiken Stil zu finden.
Siehe Legende oder Zeichenerklärung
Das bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts patentierte "DUO-Globus-System Villinger-Oestergaard" aus dem Hause Columbus ermöglichte als erstes Zweibildsystem der Welt erstmals die Darstellung von 2 unterschiedlichen Kartenbildern auf einem Globus.
Die konsequente Weiterentwicklung war das Duplex-Kartenbild auf maschinell gefertigten Globen in Tiefziehtechnik.
Heute produziert Columbus fast ausschließlich beleuchtbare Globen mit einem Zweibildsystem.
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